Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen… Ich versuche es einmal mit Stichworten:
Warum gerade Südindien?
Einerseits arbeite ich so nebenbei noch für ein Hilfswerk dort, andererseits hat Michèle, unsere ältere Tochter, letztes Jahr in New Delhi ein Praktikum gemacht und ist anschliessend auch umhergereist. Zudem waren wir noch nie in Indien. Aus zeitlichen Gründen haben wir uns auf den Süden des Landes beschränkt.
Wie reisen?
Man kann natürlich pfannenfertige Rundreisen buchen oder einen Fahrer engagieren und in splendid isolation von Hotel zu Hotel, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fahren.
Wir wollten nicht gerade in die Rucksackzeiten zurückfallen, aber das Land und die Leute dennoch erleben. So haben wir eine individuelle Reise zusammengestellt und eine 2-er-Gruppe gebildet.
Unsere Route: Flug via Dubai nach Trivandrum- Mandurai-Bangalore-Hospet/Hampi-Bangalore-Mysore-Ooty-Coimbatore-Kochi-Kumarakom-Thekaddy-Kottayam-Kovalam-Trivandrum (Rückflug via Dubai)
Geographie und so
Die Fläche Indiens ist 3,2 Mio Km2 – also riesig. Wir haben im Süden die Staaten Kerala, Tamil Nadu und Karnataka bereist. Kerala gilt als kleiner Staat. Es ist knapp so gross wie die Schweiz.
Indien hat ca. 1,35 Mrd Einwohner, davon sind laut WHO etwa 380 Mio mehrfach arm.
Der Süden ist dichter bevölkert als der Norden und auch reicher. Indien ist ein Land mit einer jungen Bevölkerung.
Verkehr
Züge sind in Indien kilometerlang, haben sehr viele unterschiedliche Klassen, müssen vorausgebucht werden und sind die bequemste Art zu reisen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass es nicht ganz einfach ist, den richtigen Wagen/die richtigen Sitze zu finden und es besser ist, frühzeitig dort zu sein, da ja ein paar andere auch dort sind!
Taxi. Aufgrund der Strassen und der Fahrweise relativ ermüdend. Viele sind echte Kamikaze- fahrer.
Autorikschah. Die Autorikschahfahrer sind die Könige der Kurzstrecken. Da hat es „Jungtürken“ drunter, die kein Risiko scheuen.
Busse. Für lange Strecken gibt es sehr komfortable Busse (Volvo mit A/C). In den übrigen Bussen ist man „beim Volk“ und da kann es zu gewissen Zeiten sehr eng werden. Wir haben es erlebt, als das Taxi nicht mehr weiterfuhr, weil die Strasse sich in ein Bachbett verwandelt hatte und da hiess es dann, Bus fahren mit sehr vielen Einheimischen = viel Erlebnis für sehr wenig Geld. Glaubt aber nicht, dass Busfahrer vorsichtig und rücksichtsvoll fahren!
Im Verkehr gilt grundsätzlich das Recht des Stärkeren. Fussgängerstreifen sieht man zwar vereinzelt, aber sie haben wenig Bedeutung, Verkehrsregeln werden beachtet, wenn die Polizei sehr sichtbar präsent ist. Am besten würde man mit einer Kuh über die Strasse gehen, das wäre am sichersten.
Abfall
Wenn man etwas nicht mehr braucht, dann schmeissen die meisten Inder es weg, aufs Bahngleis, ins Wasser, auf die Strasse. Entsprechend sieht es dann auch aus.
Drängeln
Das ist nicht nur im Verkehr, sondern überall ein Volkssport der Inder. Wir haben uns dann gesagt, was die können, haben wir doch schon längst am Skilift gelernt!
Sprache
Im Süden gibt es 6 verschiedene Sprachen. Ich kann jetzt 3 Wörter Tamil und 3 Wörter Malayalam (wird in Kerala gesprochen). Die Südinder sprechen nicht gerne Hindi, denn es ist die Sprache des Nordens. Englisch zu sprechen ist beliebt.
Religion
Es gibt Hindus verschiedenster Schattierungen, Christen dito, Muslime…
Im Allgemeinen sind die Inder gegenüber allen Religionen tolerant. Es werden auch Feste anderer Glaubensrichtungen mitgefeiert.
Essen
Wir haben mit ganz wenigen Ausnahmen ausgezeichnet gegessen und hatten nie wirklich Beschwerden. Das Essen ist oft vegetarisch und natürlich „spicy“. An der Küste isst man feinen Fisch, denn dort hat es, im Gegensatz zum Mittelmeer, noch Fische im Meer und Fischer, die davon leben – die meisten mehr schlecht als recht.
Hotels
Wir haben alle Hotels im Internet vorgebucht. Zum Glück haben wir einige mit grossen Gärten an ruhigen Orten gewählt. Die Inder mögen es nämlich laut und so ist so eine einigermassen ruhige Oase ein Segen.
Es gibt ihn Indien absolute Luxushotels. Um eine Nacht dort zu verbringen, müsste der Kellner ca. 4 Monate arbeiten. Die Leute in den Hotels sind meist sehr hilfsbereit und reden gerne mit den Leuten.
Preisverhandlungen
müssen immer geführt werden: mit Taxi- und Rikschahfahrern und in den meisten Läden. Da trifft man auf wahre Verkaufskünstler, mit denen man sehr amüsante Gespräche führen kann.
Besuch beim Pater
Die Stiftung der Eigentümer-Familie der Rotronic, wo ich arbeite, unterstützt seit Jahrzehnten ein Hilfswerk in Trivandrum (St. John’s Health Services) und ich verwalte nebenbei seit vielen Jahren die Patenschaften. Inzwischen gibt es etwa 80 Patinnen und Paten, die ein Kind mit jeweils € 240 pro Jahr unterstützen. Der ganze Betrag wird direkt nach Indien überwiesen.
Es gibt 3 Heime für Kinder: Ein Knabenheim, das ist zuerst entstanden, ein Mädchenheim, und seit einigen Jahre ein Aids-Spital mit einem Heim für Kinder aus Aids-betroffenen Familien, teilweise HIV+. Das Aids-Spital wurde von den Schroff-Stiftungen finanziert. In Indien ist AIDS ein grosses Tabu-Thema. HIV+ Kinder werden in Waisenhäusern nicht aufgenommen. Wenn die Eltern tot sind, haben die Kinder kaum Überlebenschancen, da auch die Verwandten sie nicht wollen.
In allen Heimen des Hilfswerks werden die Ärmsten (Dalit) aufgenommen, erzogen und so ausgebildet, dass sie nachher in öffentliche Schulen übertreten und/oder ein Handwerk erlernen können.
Unterstützt werden auch Frauen (Hilfe zur Selbsthilfe). Die ältesten Projekte sind die Leprastation und das Diabetes-Zentrum.
Zu St. John’s ist zu sagen, dass es ein grosses Areal ist, auf dem auch Gummibäume wachsen (eine willkommene Einnahmequelle), es einen grossen Gemüsegarten, einen Schweine- und einen Kuhstall hat. Dies vermindert die Auslagen, müssen doch täglich 120 Leute ernährt werden.
Wir waren beeindruckt von dem, was geleistet wird, von der guten Atmosphäre beim Personal und vor allem von der Fröhlichkeit der Kinder, von denen die meisten schwerste Schicksale haben. So haben wir mit den Kleineren – die grösseren hatten gerade Examen und für diese Kinder ist die Schule das Wichtigste - jeden Tag Fangis und andere Spiele gemacht, bei denen man sich auch ohne Worte versteht. Auch ich habe meine Vorbehalte gegenüber der kath. Kirche, aber es geht dort sehr pragmatisch zu und geholfen wird jedem, egal welchen Glaubens. Der Pater sagt: Das Gebet eines Hindu oder eines Muslim auf unserem Areal ist mehr wert als das meine.
Wir hatten sehr interessante Gespräche mit den (jungen) Sozialarbeitern. Auch eine Schwester aus Frankreich, vom gleichen Orden wie Mutter Teresa, hat uns viel berichtet. Sie ist inzwischen pensioniert, hat 40 Jahre lang Leprakranke betreut. Mir war schon die Führung durch die Station fast zu viel. Es gibt dort auch eine Arzt, der pensioniert ist, aber findet, er hätte ein gutes Leben, seine Söhne eigene Familien und so leiste er gerne noch Freiwilligenarbeit. Er ist weit über 70 und täglich auf dem Posten.
Der Manager des Ganzen ist Father Jose - und ein Manager und „Netzwerker“, der jedem Unternehmen gut anstehen würde ist er wahrlich. Beim ihm durften wir auch echt indische Gastfreundschaft erfahren. Das fängt beim ausgezeichneten Essen an - 3 x täglich viel und ausgezeichnet! Da standen dann jeweils 7 Schüsseln auf dem Tisch und die Gäste müssen von allem probieren. Er wäre mit uns auch weiss Gott wohin gefahren, obwohl es ihm selbst nicht an Arbeit mangelt.
Madurai, ca. 1, 2 Mio Einwohner
DIE Sehenswürdigkeit in Madurai ist der farbige Sri Meenkashi Tempel. Wir machten uns früh dorthin auf und es war noch relativ ruhig. Also ruhig ist es in Indien eigentlich tagsüber nie. Die Inder mögen es laut, es hat immer viele Leute, viel Verkehr, viel Smog, sehr viel Gehupe… Madurai ist besonders quirlig. Die Leute sind zwar lebhaft, aber relaxed.
Bangalore (ca. 6 Mio Einwohner, 920m)
hat ein sehr angenehmes Klima und ist eine westlich orientierte Millionenstadt mit vielen Ausländern. Hier sind die (jungen) Leute auch viel freier. D.h. es gibt ein Nachtleben, Parties, westliche Kleidung wird getragen. Dazu beigetragen hat sicher auch, dass Bangalore eine Hochburg der IT-Industrie ist und das es allgemein mehr Jobs und Geld gibt.
Mann/Frau
Frauen haben es in Indien nicht leicht. Sie geniessen wenig Anerkennung und müssen hart arbeiten. Sie legen sehr viel Wert darauf, gepflegt und hübsch auszusehen. Die Familie hat einen sehr grossen Stellenwert. Frau kann sich z.B. nicht einfach westlich kleiden, wenn sie das will. Wenn die Familie traditionell ist, wird der Sari getragen. Am Sonntag gibt es in den Zeitungen Inserate von Heiratswilligen. Bei Interesse zeigen die jungen Leute den Eltern das entsprechende Inserat. Danach prüfen sich die Eltern gegenseitig auf Herz und Nieren und sie bestimmen dann, ob etwas daraus wird oder eben nicht. Dieses Prozedere ist gang und gäbe, die Scheidungsrate, liessen wir uns sagen, sei tief.
In Restaurants wird meist nur der Mann, der „Sir“ am Tisch angesprochen und auch zuerst bedient.
Die Belästigung von Mädchen/Frauen in den überfüllten (Schul-)bussen ist ein grosses Thema. An manchen Orten, z.B. bei Fähren, gibt es Warteschlangen extra für Frauen.
Es tut sich also doch etwas, um die Frauen besser zu schützen.
Normalerweise gehen junge Inderinnen nicht aus. Sie werden von den Eltern streng gehalten.
Auch in Cafés trifft man abends meist nur junge Burschen. Deshalb ist das freiere Bangalore für die Jungen attraktiv. Zitat einer Hotelangestellten aus dem Norden: „Zuhause könnte ich nur heiraten.“
Mädchen sind noch immer „weniger wert“ als Buben. Weil viele Mädchen erst gar nicht geboren oder nach der Geburt umgebracht werden, herrscht Männerüberschuss.
Moderne junge Paare haben oft nur ein Kind, vorzugsweise einen Sohn…
Nord-Süd-Gefälle
Im Süden arbeiten sehr viele Leute aus dem Norden, vor allem auch in den Hotels. Sie müssen teilweise 5 Tage reisen, bis sie zu Hause sind. Da trifft man dann auf junge Burschen, die wohl noch kaum je mit einer Gabel gegessen haben und entsprechend unsicher sind, wenn sie aufdecken müssen. Sie sind aber so liebenswürdig, dass man das mangelnde Fachwissen gerne übersieht. Sie selbst essen ja mit der rechten Hand und woher sollten sie nun wissen, dass man die Gabel nicht vorne anfasst?
Emigration
Auf der Reise sind wir immer wieder Indern begegnet, die auf Besuch in ihrem Land waren.
Für Gebildete waren und sind vor allem die USA das Auswanderungsland par excellence.
Die ganzen Ölstaaten würden ohne die indischen Gastarbeiter nicht funktionieren. Deshalb sind auch die Flüge von und nach Dubai so gut gebucht.
Hampi –Hauptstadt des letzten grossen Hindu-Reiches, erbaut im 15. Jh.
Dorthin sind wir per Nachtzug von Bangalore gereist. Auf dieser Fahrt haben wir das indische Familienleben etwas zu hautnah erlebt. Eine Familie musste ihren Vater, einen grossen, festen Mann, nach einer Operation heimbringen, da er nicht mehr im Spital bleiben wollte. Wir haben das in der auf Englisch gehaltenen Krankengeschichte nachgelesen, weil sie mit einer Schachtel Pillen dasassen und uns fragten, ob wir ihnen sagen könnten, wann der Vater welche Pille nehmen sollte. Ich kann Euch nur sagen, dass er nachts nicht aufstehen konnte/wollte und erspare Euch den Rest. Aus dem Zug haben sie ihn dann auf der Wolldecke geschleppt und dabei noch die Abteiltüre kaputt gemacht.
Hampi ist ein Weltkulturerbe, eine Anlage von Tempeln und Palästen auf 26km2 an sehr schöner Lage. Wir haben es an einem verregneten und an einem sonnigen Tag besichtigt.
Es muss unglaublich schön und fortschrittlich, mit Bewässerungsanlagen, Palästen und Tempeln gewesen sein. Muslimische Eroberer haben dieses Reich 1565 geplündert und zerstört.
Mysore (ca. 950'000 Einwohner) , 750m
Von Hospet sind wir mit dem Nachtzug retour nach Bangalore gefahren und wurden nicht mehr Zeugen eines „Patiententransports“. Am nächsten Tag nahmen wir den Zug nach Mysore, das wir als sehr freundlich erlebt haben. 2 Orte sollte man hier besuchen: Den farbenfrohen Markt und den riesigen Palast. Dieses Märchenschloss wurde anfangs 20. Jahrhundert anstelle des abgebrannten, hölzernen, errichtet. Noch heute wohnt die Fürstenfamilie in einem Teil dieses Prachtbaus und seit Jahrzehnten liegen sie über die Besitzesverhältnisse im Clinch mit dem Staat.
Der Markt quillt von Waren über, vor allem die Blumen und die kunstvoll arrangierten Früchte erfreuen das Auge. Die Blumen werden nach Gewicht und ohne Stile verkauft, da sie als Girlanden oder in Wasserschalen verwendet werden. Inder (und ihre Götter!) lieben Blumen. Mit Mysore werden wir immer die Erinnerung an den Rischkahfahrer, den wir mit ein halbes Brownie so glücklich machten, den Duftölverkäufer auf dem Markt und einen ganz jungen Burschen, der uns ein Katzenpuzzle aus Holz verkaufen wollte, verbinden.
Mit den öV sind wir auch noch auf die Chamundi-Hills gefahren.
Ooty
ist ein Ort auf 2'300m, den wir auf kurvigen Bergstrassen mit dem Bus erreicht haben. Hier haben sich die Engländer von der Hitze erholt und man trifft noch auf Zeugen ihrer Präsenz (bot. Garten, Kirchen). Durch die wilde Bauerei ist die Stadt verschandelt worden, aber wir mit unseren Bergdörfern/-städten müssen da nicht mit dem Finger auf die Inder zeigen.
Wir kamen zufälligerweise zu einem Platz mit einer Menschenansammlung. Da muss doch etwas los sein! Tatsächlich wurde gerade eine Filmszene mit einem - wie uns die Jungs im Hotel dann aufklärten - berühmten tamilischen Schauspieler gedreht. Es war sehr amüsant, das Treiben zu beobachten.
Ooty haben wir dann Richtung Coimbatore mit der berühmten Nilgris-Bahn verlassen. Wir sind gut eine Stunde bis Conoor gefahren, wo sie die Diesellokomotive gegen eine solche mit Dampf auswechseln. Ob es an diesem Tag wirklich gelungen ist, wissen wir bis heute nicht. Es standen sehr viele Leute um die Lokomotive herum und Dampf entwich auch aus vielen Löchern. Nach einer halben Stunde fotografieren und beobachten, sind wir dann mit einem wilden Bergler Richtung Coimbatore gefahren. Unterwegs sahen wir viele junge Leute mit neuen, eingepackten Velos. Die Regierung hatte gerade 200'000 Velos verschenkt, wie wir in der Zeitung lasen.
In Coimbatore – einer Metropole der Textilindustrie – haben wir lediglich übernachtet.
Fort Cochin, ehemaliges Machtzentrum der Portugiesen (ab 1500) war unsere nächste Station. Während 3 Tagen erkundeten wir diesen geschichtsträchtigen Ort, wo Vasco da Gama, damals Vizekönig von Portugal, 1524 starb. Der Reichtum und die Bedeutung Cochin’s gründeten auf dem Gewürzhandel. Mitte des 17. Jh. mussten die Portugiesen die Macht hier, wie im übrigen Asien, an die Holländer abtreten. Hier ist es schön, gegen Abend eine Bootsfahrt zu unternehmen, man kann auch einfach die öffentliche Fähre nehmen, die Stimmung ist gleichermassen phantastisch.
Backwaters
Süsswasserseen mit Meeranschluss – ein weiteres Highlight in Kerala. Wir haben 2 Tage in einer wunderbaren Hotelanlage verbracht, eine schöne Bootstour unternommen und wunderbar gegessen.
Von hier ging es zum Periyar-Nationalpark. Der Taxifahrer hat dann, weil es Sonntag war, noch seine 2 halbwüchsigen Buben auf dem Vordersitz, wo schon der kleinere unserer Koffer war, mitgenommen. Natürlich ohne uns zu fragen. Als sie uns dann auch noch mit indischem Hip-Hop beschallen wollten, mussten wir ein Machtwort sprechen. Die „Sehenswürdigkeiten“ unterwegs waren immer dort, wo der Fahrer eine Rauchpause einschalten musste.
Nach einer mühsamen Fahrt erreichten wir Thekaddy und wohnten in einem Hotel im Park.
Die Fenster und die Tür zum Balkon durften nicht offen bleiben, da man sonst unerwünschten Besuch von den Affen bekam. Am frühen Morgen haben wir mit vielen Indern eine Fahrt auf dem landschaftlich wunderschönen Periyar-See gemacht. Alle Regeln auf dem Boot, nämlich ruhig zu sein, nicht auf die eine Seite des Schiffs zu gehen zum Fotografieren, wurden natürlich missachtet. Trotzdem konnten wir wilde Elefanten beobachten. Einen der 50 Tiger zu sehen, ist reine Glückssache, denn der Park ist immerhin 777 km2 gross…
Am Nachmittag unternahmen wir mit einem Führer einen Fussmarsch und mir bleiben vor allem die Blutegel, die sich an unsere Schuhe machten und der einsetzende tropische Regen in Erinnerung. Zum Glück trugen wir Gamaschen und der Führer hatte ein Hausmittel gegen die Egel dabei.
Nun ging es wieder runter von den Bergen, Richtung Kottayam. Das im Internet in der Nähe des Bahnhofs angepriesene Hotel erwies sich dann als weit draussen in den Backwaters. Inzwischen war die Strasse nicht nur mehr holprig wie ein Bachbett, sondern ein Bachbett mit hüfthohem Wasser. Trotzdem: Mit dem öffentlichen Bus sind wir dorthin gelangt und auch wieder zurück zum Bahnhof.
Zuletzt haben wir es uns noch ein paar Tage an der berühmten Kovalam-Beach gut gehen lassen.
Bernadette Heeb/Dezember 2010/Reise Ende Oktober – Ende November 2010

Foto-Galerie mit einigen Impressionen der Reise.